Lochkamera - Pinhole Camera - Sténopé

 

Schon die alten Ägypter kannten das Prinzip der Camera Obscura, des "Dunklen Raumes" und somit der Lochkamera. Fotografie hätte also schon bedeutend früher in der Geschichte der Menschheit auftauchen können, denn auch die physikalischen und chemischen Prozesse waren zumindest in Bruchstücken bekannt.

Ein Beobachter, der in einem dunklen Raum ist, in den das Außenlicht nur durch eine kleine, mehr oder weniger kreisförmige Öffnung eintreten kann, sieht an der gegenüberliegenden Wand eine kopfstehende Projektion der Szenerie vor er Camera Obscura.

Dies ist mehr oder weniger das, was auch in den heutigen Kameras stattfindet, obwohl das einfach Lichtloch durch eine Anzahl kunstgerecht geschliffener Linsen eintritt, was die Schàrfe auf der belichteten Filmoberfläche wesentlich verbessert.

Es ist jedoch erstaunlich, wie gestochen Aufnahmen sein können, die ohne konventionellen Fotoapparat aufgenommen wurden. Entdecken Sie einige meiner Aufnahmen, die mit einer einfachen Keksdose an Bahnhof meiner Heimatstadt Esch-sur-Alzette aufgenommen wurden.

Wie erstaunt die Bahnbeamten über die Gleise starrten, als dort jemand mit riesiger Reisetasche (10 Keksdosen!) und schwerem Stativ auf dem Bahnsteig auftauchte und einen Zug nach dem anderen vorbeifahren ließ, das kann wohl jeder, der das Leben kleiner Bahnhöfe kennt, erraten.

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Was ist eine Lochkamera?

Jeder 100% lichtdichter Behälter eignet sich zum Bau einer Lochkamera.

Ich bevorzuge Metalldosen mit Deckel, damit die Kamera leicht mit Film geladen werden kann. Eine erste Bohrung mit einem Durchmesser von etwa 3-4 mm ist wesentlich zu groß, um Bildaufnahmen zu gestatten. Die Blendenöffnung sollte so klein wie irgendmöglich sein, sicherlich aber kleiner als 1 Millimeter. Mit einer Nähnadel sticht man ein Löchlein in nicht zu dünne Alufolie. Das Loch sollte unter der Lupe auf etwaige Unebenheiten oder gezackte Ränder untersucht werden und notfalls geschliffen werden.Je kleiner und perfekter das Loch, desto besser die Schärfe der Bilder.

Diese Alufolie wird von innen auf das Bohrloch geklebt, nachdem die Dose innen zur Vermeidung ungewollter Reflexe schwarz gestrichenen wurde. Fehlt nur noch der Verschluss, den ich als klappbares Pappstück außen an die Dose klebe.Beim Belichten, Pappe hochklappen, warten, Pappe runter, fertig!

Geladen wird die Lochkamera mit lichtempfindlichen Fotopapier oder Film.Das erstere ist billiger, Film hat aber einen größeren Belichtungsspielraum und ist deshalb leiter zu handhaben.